Hintergründe und Erfahrungen


Die Banerji-Protokolle im Überblick

Die Grundlagen der Banerji-Protokolle (BP™) basieren auf der Homöopathie. Begründet wurde dieses Verfahren von dem indischen Arzt und Pharmazeut Dr. Pareshnat Banerji, zusammengetragen von Dr. Prasanta der im Mai 2018 mit 85 Jahren verstarb. Er entstammte einer angesehenen Familie, die wohltätige Stiftungen, Schulen und Kliniken in Indien betreibt und seit Mitte des 19. Jahrhunderts bereits homöopathisch tätig ist. Prasanta Banerji verbesserte sein System von bewährten Indikationen bei schwerwiegenden Erkrankungen aus reinem Pragmatismus. Aufgrund der sehr hohen Patientenzahl in seiner Sprechstunde in Kalkutta kürzte er die Homöopathie ab. Durch Dokumentation, Beobachtung und Erfahrung wurden Patienten mit der gleichen klinischen Diagnose mit denselben homöopathischen Mitteln nach einem festen Therapieschema behandelt. Die Behandlung sieht drei Basisbehandlungen, die sich je nach Krebstyp oder Erkrankung unterscheiden, plus einer den individuellen Symptomen des Patienten entsprechenden, ergänzenden Behandlung vor. Voraussetzung für das Funktionieren einer Therapie nach den Banerji-Protokollen ist also eine konventionelle Diagnostik. Das bedeutet, dass die Mittel nicht nach den individuellen Symptomen des Patienten, sondern nach der Diagnose und dem dann folgenden standardisierten Behandlungsschema gegeben werden. Zu jeder Erkrankung empfehlen die BP ™ ergänzende Mittel, je nachdem, an welchen begleitenden Symptomen der Patient leidet. Hauptsächlich kommen hier pflanzliche Mittel in niedrigen Potenzstufen zum Einsatz.


Interview mit Dr. med. Miguel Corty Friedrich, Arzt für Allgemeinmedizin / Homöopathie und Naturheilverfahren. Veranstalter des 2. Kongresses „Krebsrevolution“, der vom 15. - 17. März 2019 in Mainz stattfindet. Dr. Miguel Corty ist in Deutschland geboren, in Spanien aufgewachsen und hat dort Medizin studiert. Seit dem Jahr 2000 hat er die Zusatzbezeichnung Homöopathie, erlernt in der CEDH, der französischen Schule für klassische Homöopathie. Corty ist maßgeblich an der Verbreitung der Banerji Protokolle in Europa beteiligt.

Dr. Miguel Corty Friedrich Wie sind Sie zu den Banerji-Protokollen gekommen?

Ich habe Dr. Banerji 2008 in Madrid kennengelernt. Er hielt dort einmal im Jahr eine Sprechstunde ab und hielt Vorträge über Homöopathie, Krebs und die „Banerji Protocols ™“. Dort haben wir uns als Dozenten getroffen. Die meisten in Spanien ausgebildeten Homöopathen erhielten über eine Firma Einladungen zu diesen Vorträgen und seine Texte. Seit dieser Zeit habe ich die BP™ auf der Grundlage dieser Mitschriften begonnen und immer wieder angewendet.


Was sind die Banerji-Protokolle?

Bei dem Begriff handelt sich um eine unglückliche Übersetzung aus dem Englischen, wobei zwei Teile zusammenkommen. Sie sind benannt nach den Entdeckern der Methode, das ist die indische Ärztefamilie der Banerjis und zweitens nach dem Prinzip der Anwendung, des Behandlungsschemas. Die Namensgebung fand am MD Anderson Cancer Center der Universität Texas statt, nachdem klar war, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Therapie mit homöopathischen Mitteln und einer wesentlichen Besserung von zum Teil schweren Erkrankungen gab. Da die Homöopathie immer wieder in der Kritik steht, wurde nach einem anderen Namen gesucht – und gefunden.


...und wie funktioniert die Methode?

Das müssen Sie sich wie einen Baukasten vorstellen. Die Therapie wird nach einem bestimmten Muster gestaltet, aus einer Reihe von homöopathischen Arzneien in unterschiedlichen Potenzstufen. Meiner Ansicht nach gibt es auch einen biologischen Zusammenhang zwischen dem Krebs, dem Patienten und dem Mittel. Das ist eine typisch homöopathische Überlegung, die dem behandelnden Arzt oder Therapeut hilft, Zusammenhänge zu verstehen und die Behandlung entsprechend zu planen, zu verfeinern und zu ergänzen.


Für die Verordnung der homöopathischen Arzneien benötigen Sie eher eine konventionelle Diagnostik als eine homöopathische Anamnese. Ist das richtig?

Ja, das ist richtig, die homöopathische und die schulmedizinische Diagnose gehören unbedingt zusammen. Dr. Hahnemann und die ersten Homöopathen unterschieden nicht zwischen den Diagnosen. Sie beobachteten nur genauer, dadurch fanden sie mehr Details und erkannten unterschiedliche Krankheitsverläufe. Am bekanntesten sind die Erfolge der Homöopathie bei Epidemien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, diese Erfolge brachten den Durchbruch der Homöopathie. Bei epidemischen Erkrankungen - oder auch bei immer ähnlich verlaufenden Erkrankungen mit genauer Diagnose - schlug Dr. Hahnemann vor, immer mit demselben Therapieschema zu beginnen. Nichts anderes machen wir auch.


Gibt es für Sie einen Unterschied zwischen alternativer, komplementärer und integrativer Medizin?

Selbstverständlich. Jeder dieser drei meint etwas vollkommen anderes: Alternative Medizin möchte die konventionelle Medizin ersetzen. Komplementäre Medizin begleitet die konventionelle Medizin, und die ingegrative Medizin ist die Summe der medizinischen Maßnahmen, sowohl konventioneller als auch alternativer und/oder komplementärer Behandlungen.


…wo positionieren Sie hier die Banerji Protokolle?

Schwierig. Einerseits berücksichtigen die BP™ einen integrativen Ansatz, wie er üblich in der Homöopathie ist und in der Medizin sein sollte. Gleichzeitig handelt es sich in vielen Fällen eindeutig um eine vollständige Behandlung, also um eine echte Alternative.


Rheuma, Diabetes, Schmerzen…, die Banerji-Protokolle lassen sich nicht nur auf Krebs beschränken. Sind die anderen Erkrankungen ähnlich gut dokumentiert?

Ja, das sind sie. Es hat nahezu 90 Jahre gedauert, bis die erste Version BP ™ veröffentlicht wurden. Sie enthalten eine Übersicht zu etwa 200 üblichen Krankheitsbildern. Dr. Prasanta Banerji hat dabei vergleichbare Verläufe mit ähnlichen Mitteln therapiert. Das führt zu etwa 40 Mittel in meistens drei Potenzstufen, die immer wieder in veränderter Kombination eingesetzt werden.


Sind die Fälle dokumentiert?

Ja, die alten Archive sind natürlich noch handschriftlich und auf mittlerweile vergilbtem Papier von Dr. Pareshnat und seinem Onkel Vitsayaga aufgezeichnet worden. Die Wissenschaftler der Universität von Texas begannen 2001 alles zu digitalisieren und die Krankengeschichten sind auf Speicherdateien übertragen worden. Soweit mir bekannt ist, haben heute rund 14.000 Forscher aus der ganzen Welt Zugriff auf diese Datensammlung.


Können homöopathische Mittel Krebs heilen?

Ja. Trotz aller Unkenrufe können wir davon ausgehen, dass dies heute bewiesen ist, auch wenn noch immer Fragen über das Warum offen sind. Durch die homöopathische Behandlung haben wir eine vollständige Heilung von Krebs nachweisen können. Die Wissenschaftler in Texas haben fast 20 Jahre in diese Forschung investiert, und sie haben vollständige Remissionen der Tumore und die 100%ige Reparatur der Verletzung in Gehirn, Knochen, Bauchspeicheldrüse oder Lunge feststellen können. Bei Brustkrebs gibt es weniger vollständige Wiederherstellungen, auch wenn Phytolacca C 200 seine Effektivität gezielt gegen Mama CA Zellen in Zellkulturen unter Beweis stellen konnte. Die Organreparatur trat bisher bei anderen Krebsarten deutlicher hervor, vor allem bei Pankreas und ZNS Läsionen, aber auch bei der Lunge ist dies oft dokumentiert worden.


Warum liegen bis heute erst relativ wenige Studiendaten vor?

Ich denke der Eindruck täuscht: Dr. Banerji veröffentlichte seine Ergebnisse ununterbrochen seit 1976. Leider wird ihm - gerade in Deutschland - immer vorgeworfen, Geschichten zu erzählen. Seine Arbeit ist in vielen Ländern aufgegriffen worden, in denen es wenig Geld für die medizinische Versorgung der Bevölkerung gibt, wie in China, Indien, Kolumbien, Mexiko oder Argentinien - aber auch in starken Nationen wie in Japan, Spanien und – hauptsächlich - in den USA.
Dr. Prasanta Banerji hat noch im letzten Jahr seines Lebens Ergebnisse zu Osteosarkomen bei Kindern veröffentlicht. Mir wurde 2016 gesagt, Dr. Pratip Banerji betreue 36 Studien mit BP™ in den USA. Die Öffentlichkeit liest aber keine Fachjournale und erfährt es daher nicht.


Warum wurden nach 2010 keine Forschungsergebnisse mehr veröffentlicht?

Wie gesagt: Das ist nicht richtig.


Gemessen an der sehr hohen Zahl an dokumentierten Fällen, sind in die Studienreihe der Best Cases der Universität Texas nur sehr wenige eingeflossen. Warum?

Es wurden 11 Fälle ausgearbeitet, sieben wurden angenommen und bei vier Fällen konnte zweifelsfrei die vollständige Heilung bewiesen werden. Dies vor einem Expertenteam der University of Texas MD Anderson Cancer Center, die seitdem ununterbrochen weiterarbeiten. Die Ausschlusskriterien von Spontanheilung bis Einflussnahme durch veränderte Ernährung oder andere Therapien waren extrem. Das Wunder ist hier eher, dass nach drei Jahren Prüfung und Verwerfung durch „Advocati diavoli“ von 1996 bis 1999 noch Fälle übriggeblieben sind.


…verstehen Sie den Zweifel, den Wissenschaftler an den Ergebnissen äußern?

Selbstverständlich, Zweifel sind immer gut - aber wir müssen gerade in der Forschung offen bleiben und dürfen nicht vorschnelle Schlüsse ziehen. Zu oft wird gerade von der Main-Stream-Wissenschaft Neues angeprangert, wenn es nicht in das Weltbild passt.


Was haben die Banerji Protokolle mit Nanomedizin zu tun?

Es gibt meines Wissens unumstößliche Beweise, dass bestimmte mineralische und biologische Stoffe auf einer Ebene zwischen Molekül- und Atomgröße Auswirkungen auf die Funktion der Zelle im menschlichen Körper haben. Die konventionelle Medizin arbeitet seit einigen Jahren an der Frage, warum nanometrisch-kleine Stoffe entweder toxischen oder regulierenden Einfluss auf das menschliche sub-zelluläre Funktionieren haben. Die Homöopathie hat vor über 200 Jahren diese Eigenschaft entdeckt, präzise beschrieben und gezielt eingesetzt, allerdings nicht erklären können. Woher sollte Hahnemann auch wissen, dass seine Methode Nanopartikel und Quantumdots produziert, die unmittelbar in den Zellkern eingreifen.


…und dies ist belegt?

Zu unserem nächsten Kongress im März haben wir Dr. Rajendran eingeladen, um uns seine Ergebnisse zu präsentieren. Er hat in allen homöopathischen Potenzen von einem Dutzend Mittel elekronenmikroskopische Bilder geschossen, und per EDS die Zusammensetzung jeder homöopathischen Probe nachgewiesen. Fact oder Fake? Wir werden sehen. Ich glaube ihm. Seine Entdeckung schließt eine Wissenslücke und passt in ein modernes Verständnis zur Wirksamkeit der Homöopathie. Allerdings ist die Anwendung der Mittel damit nicht geklärt: da bedarf es weiterhin der Erfahrung und Beobachtung. Einzig die Produktsicherheit ist gewährleistet: wir wissen, dass homöopathisch hergestellte Nanos keine Toxizität besitzen und kein Placebo sind.


Vom 15.-17. März 2019 findet in Mainz der 2. Kongress zur Banerji Methode statt.
Informationen: www.krebsrevolution.de/kongress.html