Nachruf Dr.Banerji (1932-2018)

Nachruf auf einen ganz besonderen Menschen

Prasanta Banerji wurde 1932 in (heute) West-Bengal (Indien) geboren. Er entstammte einer angesehenen Brahmanenfamilie. Sein Großonkel war ein großer Reformer und Wegbereiter eines modernen Indiens, der über seinen Bruder die Homöopathie in Indien eingeführt hatte. Er hatte erkannt, dass sich diese Medizin nicht nur im Einklang mit den eigenen kulturellen Wurzeln des Ayurveda befand, sondern dass dies auch eine kostengünstige Medizin ist, die Millionen zugutekommen kann. Prasantas Vater, Pareshnat Banerji, sah sich allerdings gezwungen, die übliche Praxis eines europäischen Arztes an eine Patientenflut anzupassen, die eine 90 Minuten Anamnese nicht zuließ. So musste er die Regeln der klassischen Homöopathie erweitern und begann, ein System von Behandlungen auszuprobieren, mit dem er die bis zu 200 Patienten am Tag bewältigen konnte.

Prasanta beschloss schon früh, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Wie die vieler Genies war seine schulische Laufbahn keineswegs brillant. Prasanta wollte nichts anderes, als der Tradition der Familie zu folgen. Seine Familie hatte bereits "Colleges" gegründet, so dass es für Ihn nur logisch schien, dort einzutreten und weiterzumachen. Bereits mit 17 Jahren vertrat er seinen Vater in der Praxis, wenn dieser aufgrund seiner Pharmaziegeschäfte verhindert war.

Bild Banerji Pareshnat Banerji, 1891-1971

Mit 20 Jahren machte sein Vater ihn zum Geschäftsführer der pharmazeutischen Herstellung von Gegenmitteln von Schlangengiften. Eine Zeitlang verbrachte Prasanta damit, im Auftrag des Vaters unterwegs zu sein und parallel Patienten homöopathisch zu behandeln, bis er 1960 nach Kalkutta ging, um seine eigene Praxis zu eröffnen. Dort sollte er fast 60 Jahre lang tätig sein, bis zu 1300 Patienten am Tag sehen, und die Arbeit seiner Vorfahren, die Entwicklung der "Banerji Protokolle™" weltweit berühmt machen. Nicht zuletzt gründete sein Ruhm darauf, geniale homöopathische Formeln gegen Krebs gefunden zu haben, als Erster wiederholt und nachweislich Krebs vollständig geheilt zu haben, und eine Klinik aufgebaut zu haben, in der bis heute scheinbar endlose Menschenmengen gratis behandelt werden.

Dies alles entstand nicht auf einmal! Von 1960 bis 1972 begann er in einer bescheidenen eigenen Praxis in Kalkutta. Einige seiner frühen Therapieerfolge sorgten für Aufsehen, so dass sich zunehmend auch zahlende Privatpatienten einfanden. Morgens gehörte seine Zeit den ärmsten der Armen, doch am Nachmittag nahm er nur zahlungskräftige Patienten an. Sein Vater lehrte ihn dabei, seine Kunst nicht minder zu achten als die der besten Kardiologen. "Wenn dein berühmter Nachbar 60 Rupien für eine Beratung verlangt, nimm 70!" riet ihm Pareshnat zu diesen Dingen. Wie oft hätten wir selbst wohl auch besser solchem Rat folgen sollen, wenn wir unsere alternative Medizin ins Verhältnis zu anderer Kollegen Wissen setzen müssen! Er behandelte Politiker, Filmstars aus Bollywood, Könige und reiche Industrielle. Seit 1972 baute er die heutige "neue Klinik" in der Elgin Road aus, und ab 1976 veröffentlichte er seine Ergebnisse, besonders zur Therapie von Krebsleiden. Zu dem Zeitpunkt sah er schon bis zu 500 Patienten am Tag! Er begann seinen Tag um 08.00 morgens, und oft genug saß er bis 01.00 morgens noch immer in der Praxis. Von unbeugsamer Reiselust durchdrungen, hielt er Dutzende Vorträge auf homöopathischen und allgemeinmedizinischen Foren und Kongressen, bis die WHO 1996 auf ihn aufmerksam wurde. Sie schickten ihm ein Ticket nach Washington DC, zur NCI (der Nationalen Behörde zur Krebsbekämpfung im Gesundheitsministerium der USA), und dort bat man ihn, Fälle über vollständige Heilung von Krebs mit ausschließlich homöopathischen Mitteln zusammenzustellen, die dann einem Komitee aus Wissenschaftlern und ärzten zur Prüfung vorgestellt werden sollten.

Prasanta war ein mutiger Mann. Er nahm die Herausforderung an. Unter den aufmerksamen Blicken der Forscher am MD-Anderson Institut gegen Krebs, stellte er schließlich 1999 acht solcher Fälle vor.

Bild Banerji
v links n rechts: Dr. Prasanta Banerji, Dr. Jeffrey White, Direktor der OCCAM (NCI), Dr. Pratip Banerji

Das Ergebnis ist bekannt: Auch wenn man seine Behandlungserfolge mit sehr viel Vorsicht und Misstrauen behandelte, ließ sich nicht verleugnen: Homöopathische Mittel können Krebs vollständig heilen! Die USA änderten fortan die Gesetzeslage, nach der in einigen Staaten Homöopathie als Quacksalberei verboten war, begannen mit Forschungsprojekten zur Wirkung der Mittel, und starteten ein umfangreiches Programm zur Erforschung von nano-molekularer Medizin. Zwischen 2000 und 2008 wurden "papers" in allen führenden onkologischen Fachzeitschriften veröffentlicht. Ein ganzer Strom von Spezialisten begann damit, die Patientendaten aus Indien und der ganzen Welt zu systematisieren, Computerzentralen einzurichten, in denen Daten gesammelt und analysiert werden, Behandlungen verglichen werden, und tausende von Fällen vollständig aufgezeichnet, und wiederum weiteren tausenden von Forschern zugänglich gemacht wurden. Der Zweck dieser Datenflut: hinter das Geheimnis der heilenden Kügelchen zu kommen!

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Beispiel eines in 8 Monaten geheilten Gehirntumors, mit freundl. Genehmigung v. Dr Prasanta Banerji, PBHRFindi.org

Der Mensch hinter dem System gründete eine Stiftung, die seinen Namen trägt: die "Prasanta Banerji Homöopatische Forschungseinrichtung Indien", PBHRF-India, in einem Staat, in dem sowieso schon über 275.000 Homöopathen tätig sind!

Prasanta war ein ausgeglichener Mensch, ohne Prunk, jede Überheblichkeit war ihm fremd. Sein Status als Brahmane, der höchsten Kaste des indischen Systems der Hindi, zwang ihn zu Ehrlichkeit, Offenheit, zum Behüter von Recht, Solidarität und Vorbild. Zwar hat er nie um etwas betteln müssen, und immer fand er, was er brauchte, aber trotzdem sah er seine Stellung als Chance und Aufgabe, den Menschen Gutes zu tun, sein Können in den Dienst seiner Landsleute zu stellen. Er war immer zu allen Menschen offen und gradlinig, meist witzig, begierig Neues zu sehen und zu lernen, und stets aus der Suche nach leckeren gastronomischen Herausforderungen. Prasanta war kein Asket, er konnte einen guten Wein von einem schlechten unterscheiden, und auf die Fragen seiner Schüler, ob die "Protokolle" denn auch bei "nicht Vegetariern" oder gar bei Menschen wirken, die Alkohol konsumieren, lachte er amüsiert. "Ich verstehe gar nicht warum die ganze Welt Indien als vegane Asketen betrachtet," meinte er einmal in meinem Beisein, "Dabei sind es abgesehen von den Mönchen gerade mal 5% der Bevölkerung um Mumbai, wo kein Fleisch gegessen wird!". Wer ihn erleben durfte, war hingerissen von seiner Direktheit, seiner Spontanität, seinem Humor. Sobald er sich Zeit für Urlaub nahm, und immer wenn er auf Vortragsreise ging, nahm er seine Familie mit. Auf diese Weise bin ich ihm in Madrid begegnet, was meine Praxis und den Umgang mit Krebskranken für alle Zeiten verändert hat.

Bild Banerji
Prasanta im "Atrium Hotel Mainz", "Krebsrevolution Kongress I" umgeben von Teilnehmern

Prasanta hat in manchen Jahren die Erde mehr als einmal umreist. Vorträge, Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte oder homöopathische Institute einrichten, waren seine Aufgaben über die letzten 20 Jahre seines Lebens. Was weiß man von ihm in Europa? Wo bleiben die Jubelschreie über eine Methode, die das Leiden von Tausenden lindern oder beenden kann? Kein Artikel in den führenden Zeitschriften, die jedes neue Hormon- oder Genprodukt seitenlang beweihräuchern, keine Fernsehsendung, nicht einmal zu den späten Sendezeiten, kein Hinweis in den Krebsforen, nichts, nada!

Wie jeder geniale Mensch wurde Prasanta auch häufig angegriffen, aber das focht ihn wenig an. Seine Weisung an uns war: "Denkt modern, wir leben im 21. Jahrhundert! Die Lehre Hahnemanns braucht genauso Entwicklung wie die Schulmedizin, macht moderne Medizin. Verlasst fruchtlose Wege und vermeidet die Dogmen! Ich zeige euch, wie es geht, warum das so ist, müsst ihr selbst herausfinden!"

Sind wir bereit für die Herausforderung? Am 27. Mai 2018 wurde seine Asche dem Fluss (Hugli - Ganges) überlassen, als Höhepunkt seiner Shrad Zeremonie. Dieser Brauch der Hinduistischen Kultur soll die Seele des Verstorbenen leiten und in eine höhere Inkarnation führen, soll verhindern, dass die Seele des Verstorbenen in den dunklen Gefilden der Ungewissheit verloren geht. Im besten Fall findet der Verstorbene seinen Platz in der ewigen Ruhe, in der Nähe des Höchsten, wo sie zufrieden das Licht der Ewigkeit betrachten darf, fernab aller Mühe und allem Leid. Zu diesem Zweck singt, tanzt und feiert die Gemeinde wie bei einer Hochzeit: der Hochzeit der Seele mit der Ewigkeit! Ich kann mir vorstellen, dass Prasanta diesen Weg gefunden hat und nun den Lohn für seine Mühen erhält.

Es ist nun an uns, weiter zu denken, den begonnenen Weg weiter zu gehen. Wir sollten Prasantas Aufforderung Folge leisten und das System der neuen Homöopathie besser verstehen lernen. Dafür bietet sich unser Model der Heptopathie an.

Wir haben durch Prof. Rajendran gesehen, dass Homöopathie eine materielle Wissenschaft ist. Der von ihm erbrachte Nachweis der Nanomoleküle, die in allen homöopathischen Potenzen enthalten sind, sollte uns animieren und zeigen, dass es sich bei den von Prasanta verwendeten Heilmitteln weder um Placebo Effekte noch um "energetische Informationspäckchen" handelt, sondern um echte Nanobotenstoffe. Längst ist nachgewiesen worden, dass diese Botenstoffe genau wie Zellbotenstoffe Veränderungen in der Ordnung biochemischer Stoffe auslösen. Einige dieser Veränderungen konnten bereits im Detail beschrieben werden. Meistens handelt es sich um epigenetische Modifikationen.

Fast 100 Jahre nach Einsteins Wirken sollten wir langsam begreifen, dass biologische Prozesse der Quantenmechanik unterworfen sind, und einer "nicht - linearen Mathematik" und Logik folgen. Leider wird an den Universitäten immer noch ein pathologisches Modell gelehrt, das die Zellpathologie nach organischen Leiden lehrt, wie zu Zeiten von Virchow und Pasteur, deren biochemische Kenntnisse aus den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts entstammen! Das sind Denkmodelle zur Pathologie aus einer Zeit, als man noch nicht einmal wusste, was ein "Gen" ist! Zwar haben wir schon viel moderne Techniken entwickelt, aber unsere Vorstellung von gesund und krank folgt dem Bild zellulärer Prozesse, während wir längst auf der molekularen Ebene forschen und Heilmittel entwickeln möchten. Auch ist es allerhöchste Zeit, den Grundsatz der Schulmedizin über Bord zu werfen, nachdem "alle Menschen gleich sind, und daher an Allem gleichermaßen erkranken können". Dies ist zwar eine verlockende Vereinfachung der menschlichen Natur, aber eben falsch, denn jeder Mensch erkrankt "ausschließlich nach seiner Natur", wie schon Paracelsus wusste. Hier findet sich eines der homöopathischen Prinzipien wieder: die Frage nach dem "Konstitutionsmittel", was laut Prasanta (und natürlich auch nach der Heptopathie) keinesfalls ein "individuelles und einzigartiges" Geschehen ist, sondern durchaus Regeln folgt, nach denen man Systeme entwickeln kann, die schnell und effektiv heilen.

Prasanta hat geahnt, dass sein Leben dem Ende zuging und hat sich dennoch ein letztes Mal auf die lange Reise nach Europa begeben, um uns auf dem Kongress "Krebsrevolution I", im letzten September die Ergebnisse 10-jährigen Studiums vorzustellen. Im Anschluss an die Vorträge übergab er mir seine Statistiken und wertvolles Bildmaterial seiner Arbeit. Er bat mich sein Werk in Europa fortzuführen und dieser Aufgabe fühle ich mich verpflichtet.

Es liegt jetzt an uns, dafür zu sorgen, dass Prasantas Werk in Europa nicht dem Vergessen anheimfällt und Tausende von Krebskranken wieder ohne Alternative dastehen. Die Kritiker, die mit schlecht recherchierten Aufsätzen versuchen, das Wesentliche, nämlich die großen Heilungschancen, zu verschleiern, meinen vielleicht nach seinem Tod wieder Oberwasser zu haben. Doch hierauf antworte ich mit einem Zitat von Prasanta. "Ein Unreiner darf das Haus eines Brahmanen gar nicht betreten" oder nach Christina (von Dreien) aus der Schweiz "Unlicht kann das Licht nicht besiegen".

Es liegt jetzt an uns, dafür zu sorgen, dass Prasantas Werk in Europa nicht dem Vergessen anheimfällt und Tausende von Krebskranken wieder ohne Alternative dastehen. Die Kritiker, die mit schlecht recherchierten Aufsätzen versuchen, das Wesentliche, nämlich die großen Heilungschancen, zu verschleiern, meinen vielleicht nach seinem Tod wieder Oberwasser zu haben. Doch hierauf antworte ich mit einem Zitat von Prasanta. "Ein Unreiner darf das Haus eines Brahmanen gar nicht betreten" oder nach Christina (von Dreien) aus der Schweiz "Unlicht kann das Licht nicht besiegen".

Mit Dr. Prasanta Banerji verlieren wir einen aufrichtigen, engagierten Forscher der Medizin, der nie den Nobelpreis angestrebt hat. Seine herausragenden Eigenschaften waren seine Hingabe an die Sache und seine Authentizität. Als Vater der "Banerji Protokolle™" und Sieger über den Krebs wollen wir ihn in Erinnerung behalten.

Dr. Miguel Corty-Friedrich



Bild Banerji
Dr. Prasanta Banerji mit Dr. Miguel Corty-Friedrich (Kongress Krebsrevolution I)

Ausgewählte Referenzen
Banerji, Prasanta; "Diaries of a stubborn homeopath", Herausgeber: Bidisha Goshal, PBHRFindia.org, 2016
Banerji,Prasanta; Banerji, Pratip: "The Banerji Protocols", Herausgeber: PBHRFindia.org, ISBN 978-93-80813-21-9; 2013
Banerji, Prasanta, Campell D.R.; "Cancer patients treated with the Banerji Protocols utilising homeopathic medicine: A Best Case Series Program of the National Cancer Institute USA"; Oncol rep 20: 69-74, 2008
Bell, Iris et all: "Integrative Nanomedicine: Treating Cancer with nanoscale natural products" Global advances in Health and Medicine 3, nÂș1, 36-553, 2014
Rajendran, E.S.: "Nanodynamics", Mohna Publications, ISBN 81-902048-2-3, 2015 (Deutsche übersetzung in Vorbereitung)
Dane,M; Corty, M: "Lebendige Paracelsusmedizin", Uni-Medica Verlag 2011 (überarbeitete Neuauflage in Vorbereitung)
www.pbhrfindia.org
www.krebsrevolution.de
www.www.heptopathie.de



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