“Homöopathische Mittel sind langsam…”

Eine oft zitierte Behauptung über homöopathische Heilmittel ist diese: Sie seien langsam.

Auch als ich klassische Homöopathie lernte, wurde mir beigebracht, eine erfolgreiche Behandlung brauche etwa 50% der Zeit, über die sich das Problem entwickelt habe.

Es ist an der Zeit, dass wir uns kritisch mit den überlieferten Glaubenssätzen zur Homöopathie auseinandersetzen. Solche Ansichten stammen aus einer Zeit, in der homöopathische Behandlungen noch nicht systematisch und wiederkehrend eingesetzt wurden. Man kann darüber streiten, ob “programmatische Homöopathie” wie zum Beispiel die Banerji Protokolle™ (BP™) echte Homöopathie sind oder nicht. In jedem Fall werden homöopathische Mittel zum Einsatz gebracht, und man bekommt vergleichbare Ergebnisse.

Aus verschiedenen Gründen sind programmatische Behandlungen sinnvoll:

  • Sie kommen rasch zum Einsatz
  • Sie brauchen eine möglichst genaue Diagnose nach schulmedizinischen Kriterien
  • Die Behandlungen werden vergleichbar
  • Erfolg wird messbar
  • Die endlosen Verdünnungsstufen (Potenzierungen) werden auf einige wenige begrenzt
  • Homöopathie wird kostengünstiger (weil die Mittel standarisiert werden können)
  • Die Vorgehensweise entspricht den Ansprüchen einer logischen, nachvollziehbaren Medizin

Leider sind die Lager der Verfechter einer “sanften Medizin” geteilt. In Spanien, wo ich studiert habe und praktiziere, haben wir den Satz “Teile und herrsche!” gelernt. Je zersplitterter eine Gruppe ist, desto weniger Einfluss kann sie auf die Entwicklung einer neuen Idee nehmen. Das ist wesentlich bei den biologischen Heilverfahren. Wie, wenn nicht dank Streit und fehlender Kommunikation zwischen den Therapeuten, könnte eine Schulmedizin es sonst erreichen, dass bei einer überwältigenden Patientenzahl, die eine sanfte Medizin bevorzugen, bis heute keine einheitlichen Richtlinien zur Kooperation mit konventionellen Therapiemethoden erzwungen werden konnte? Jeder 2. Patient bevorzugt eine biologische Therapie, aber nirgends gibt es Richtlinien. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass sich die Therapeuten uneinig darüber sind, was gemacht werden sollte.

Streitpunkte um Homöopathie:

  • Hochpotenzen enthalten keinen Wirkstoff
  • Hochpotenzen sind ausschließlich “psychisch”
  • Potenzen dürfen nicht gemischt werden
  • Komplexmittel sind Verrat an der Idee der Homöopathie
  • Das beste Heilmittel ist jenes, mit dem “alles” am Patienten auf einmal behandelt wird
  • Das “richtige Mittel” verursacht eine “Erstverschlimmerung”
  • Chronische Erkrankungen kann man nur miasmatisch behandeln
  • Das Thema der “Miasmatischen Erkrankungen”
  • Das Thema der “symptomatischen Therapie” in der Homöopathie
  • Usw.

Wie man sieht, kann man sich über praktisch alles streiten.

In den USA wurde vor über 20 Jahren ein Programm zur Überprüfung von “alternativen Heilmethoden” gestartet. Mittlerweile sind aus dieser Quelle hunderte von Veröffentlichungen entstanden, von kleinen “Papers” bis zu dicken Handbüchern.

Man hat Mönche beim Beten unter Gehirnscanner gesetzt, man hat Resonanz Diagnostik vor und nach Reiki beim selben Patienten gemacht, und man hat natürlich homöopathische Behandlungsgrundsätze überprüft.  Die Ergebnisse sind überzeugend: Man könnte sagen, alles, was uns sinnvoll einfällt, um den Krankheitsverlauf zu verändern, kann theoretisch funktionieren. Entscheidend dabei ist als Ergänzung der Behandlung die Einstellung von Patienten und Heilern: Sind wir davon überzeugt, machen wir mit, verändern sich die Parameter. Glauben wir es nicht, blockieren wir, bleibt alles beim Alten. Selbst die Supermittel aus den Banerji Protokollen bleiben in ihrer Wirkung auf wenige Monate beschränkt, bevor alles wieder so weiter geht wie zuvor.

Man kann den Menschen nicht vor seinen eigenen Ängsten schützen.

Da frage ich mich: Wenn tatsächlich so viele Maßnahmen eine Wirkung zeigen, warum streiten wir uns dann darüber, “wer Recht hat”? So etwas kann es doch gar nicht geben! Der Einfluss einer guten Maßnahme ist immer positiv, egal ob das Ergebnis in unsere Vorstellung von Wirkungsweise passt. Falls wir Therapeuten nicht bereit dazu sind, Neues zuzulassen, handeln wir genau wie die blockierten Patienten und sollten unsere Überzeugungen dringend überprüfen!

Die Pfeiler der Homöopathie wurden in den letzten Jahren massiv erschüttert. Es mögen noch viele Jahre vergehen bevor all diese neuen Erkenntnisse Eingang in unser klinisches Denken gefunden haben, aber praktische Änderungen zur täglichen Praxis werden unvermeidbar werden

Dr. Banerji hat uns 2011 seine “Protokolle”[i] zur homöopathischen Therapie nach Diagnosen hinterlassen. Dr. Rajendran hat uns 2015 seine elektronenmikroskopischen Bilder der gängigen Potenzen nach Hahnemann vorgestellt[ii]. Dr. Kudha Bukhsh hat epigenetische Modifikationen in der Genexpression kranker Zellen durch homöopathische Behandlungen von 1997 bis heute nachgewiesen![iii]. All diese Neuerungen sollten mit Vorurteilen aufräumen und viele komplementär-medizinischen Therapien in den Rang einer echten Alternative zur schulmedizinischen Behandlung werden lassen.

Eine Krankengeschichte

Herr EW suchte per Internet Rat Ende März 2018. Seit etwa einem Jahr bestand bei ihm ein “desmoider Tumor”, eine Art lymphoiden Fibrosarkom. Trotz Gewebeentnahme Dez 2017 konnte keine bessere Diagnose für diesen rasch wachsenden Tumor gefunden werden.


Zustand März 2018

Er hatte zu dem Zeitpunkt bereits schulmedizinische Behandlung mit Imabimib und Celecoxib erhalten, und bereitete sich auf 3 x 3 Wochen Therapie mit Methotrexat und Vinorelbine vor.

Der Patient hatte den Eindruck, dass nach der Biopsie, trotz Imabimib, der Tumor gewachsen sei.

Zustand Juni 2018

Während der ersten Serie von 3 x 3 Chemozyklen wuchs der Tumor weiter bis zu einer maximalen Größe Ende Juni 2018.

Aufgrund von Übelkeit und Erbrechen nach Chemo wurde außer dem Banerjiprotokoll “Fibrom/Sarkom” und “Non Hodgkin Lymphom” Nux vomica C30 und Camphora C 200 verordnet.

Es folgte eine zweite Serie Methotrexate & Vinorelbine bis Oktober 2018.

Die Behandlung nach dem Banerji Protokoll bestand aus: Thuya occ C30 4x/d, Belladonna C 30 2x/d, Arnica mont C3 4x/d, Hamamelis virg C 200 4x/d, Hepar sulph C6 4x/d, Symphytum off C 200 2x/d, Schüssler Nr 2 & 4 2 x 2 Tabl tägl in D3, Carcinosinum C 30 alle 2 Tage. Mit wenigen Veränderungen (siehe Übelkeit) wurde dies vom 10. April bis 18. Dezember 2018 regelmäßig eingesetzt.

Seit Dezember 2018 ist der Tumor bis auf eine im CT nachweisbare Größe von etwa 2 cm zusammengefallen.

Die Chemotherapie wurde im Oktober 2018 abgesetzt, seitdem wird nur noch nach Banerji behandelt. Bisher ist kein neues Wachstum aufgetreten.

Zustand Dezember 2018

Natürlich kann man nicht beweisen, dass der Tumor allein aufgrund der Anwendung des Banerji Protokolls auf 2 cm geschrumpft ist. Der Patient ist überzeugt, dass das großartige Ergebnis aus einem Zusammenspiel Homöopathie/Schulmedizin (& seinem Willen zur Heilung) zurückzuführen sei.

Doch für mich zeigt das Beispiel ein typisches Verhalten, das man bei der Anwendung eines BP™ immer wieder beobachten kann: Die Ausdehnung der humoralen Erkrankung bleibt nach ca. 3 Monaten Behandlung stehen. Von hier an muss der Patient sich entscheiden. Bleibt er fest bei seiner Behandlung, stehen die Chancen groß, dass der Prozess zumindest zum Anhalten kommt.

Bisher hat es noch keinen Fall von vollständiger Heilung in Deutschland gegeben. Im Laufe von jetzt 2 Jahren praktischer Anwendung der BP™ bei deutschen Patienten sind allerdings die ersten 10 Patienten (von ca. 180 Patienten) laut schulmedizinischer Diagnostik “tumorfrei”. Dabei handelt es sich um sehr unterschiedliche Krebsarten: Magen, Pankreas, Brustkrebs, Gehirn und Lymphom. Doch dies ist erst ein Anfang, Dr. Banerji ließ seine Patienten über 10 Jahre nach “tumorfrei” nachverfolgen.

Im allgemeinen Durchschnitt zeigt sich eine Besserung / Stabilisierung des humoralen Prozesses bei 2 von 3 Patienten, obwohl etwa 75% mehrere schulmedizinische Prozesse durchlaufen haben und z. T. noch erhalten.

Es gibt statistische Hinweise darauf, dass ein vollständiges Verschwinden von Tumoren mittels Banerji Protokoll™ wahrscheinlicher ist, je weniger Schulmedizin zum Einsatz kommt. Trotzdem zeigt das Beispiel, dass in den meisten realen Fällen die Patienten beides einsetzen.

Unser Vorgehen folgt den Beispielen aus meinem Buch[iv], und berücksichtigt immer die drei Säulen der biologischen Therapie nach Paracelsus[v]. In weiteren Artikeln werde ich darauf gezielt eingehen.

Paracelsus sagt: “Es gibt keine unheilbaren Krankheiten; es gibt nur kranke Menschen!”

Miguel Corty Friedrich (Dr. med.), „Clinica Praxis“, El Campello (Alicante – Spanien)

dr.corty-friedrich@krebsrevolution.de
www.krebsrevolution.dewww.heptopathie.de



[i] Banerji,P, Banerji,P: “The Banerji Protocol; a new method of treatment with homeopathic medicines” published by “Pratip Banerji, pbhrfindia.org, 2nd Ed 2013 ISBN 978 93 80813 21-9

[ii] Rajendran, ES, “Nanodynamik; Nanowissenschaften und Homöopathie”, Ed. Winterworks 2018, Borsdorf, ISBN 978-3-96014-551-6

[iii] Potentized homoeopathic drugs act through regulation of gene-expression: a hypothesis to explain their mechanism and pathways of action in vitro. (A R Khuda Buksh, Complementary therapies in medicine1997; Vol5 (1);43-46) ; Condurango 30C induces epigenetic modification of lung cancer-specific tumour suppressor genes via demethylation. (A R Khuda Buksh, Sikdar S. Complementary medicine research 2015; 22:172-179)

[iv] Corty-Friedrich, Miguel: “Die Krebsrevolution; Wege aus der Angst durch integrative Medizin”, Europa Verlag 2016, München ISBN: 978 -3-95890-048-6

[v] Corty, Miguel; Dane, Michaela: “Lebendige Paracelsusmedizin, Praktische Anwendung – Fallbeispiele von heute”, 1. Aufl. Ed. Unimedica (Kandern) 2011, 2. Auflage in Vorbereitung (Edition Winterworks)

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