“Homöopathische Mittel sind langsam…”

Eine oft zitierte Behauptung über homöopathische Heilmittel ist diese: Sie seien langsam.

Auch als ich klassische Homöopathie lernte, wurde mir beigebracht, eine erfolgreiche Behandlung brauche etwa 50% der Zeit, über die sich das Problem entwickelt habe.

Es ist an der Zeit, dass wir uns kritisch mit den überlieferten Glaubenssätzen zur Homöopathie auseinandersetzen. Solche Ansichten stammen aus einer Zeit, in der homöopathische Behandlungen noch nicht systematisch und wiederkehrend eingesetzt wurden. Man kann darüber streiten, ob “programmatische Homöopathie” wie zum Beispiel die Banerji Protokolle™ (BP™) echte Homöopathie sind oder nicht. In jedem Fall werden homöopathische Mittel zum Einsatz gebracht, und man bekommt vergleichbare Ergebnisse.

Aus verschiedenen Gründen sind programmatische Behandlungen sinnvoll:

  • Sie kommen rasch zum Einsatz
  • Sie brauchen eine möglichst genaue Diagnose nach schulmedizinischen Kriterien
  • Die Behandlungen werden vergleichbar
  • Erfolg wird messbar
  • Die endlosen Verdünnungsstufen (Potenzierungen) werden auf einige wenige begrenzt
  • Homöopathie wird kostengünstiger (weil die Mittel standarisiert werden können)
  • Die Vorgehensweise entspricht den Ansprüchen einer logischen, nachvollziehbaren Medizin

Leider sind die Lager der Verfechter einer “sanften Medizin” geteilt. In Spanien, wo ich studiert habe und praktiziere, haben wir den Satz “Teile und herrsche!” gelernt. Je zersplitterter eine Gruppe ist, desto weniger Einfluss kann sie auf die Entwicklung einer neuen Idee nehmen. Das ist wesentlich bei den biologischen Heilverfahren. Wie, wenn nicht dank Streit und fehlender Kommunikation zwischen den Therapeuten, könnte eine Schulmedizin es sonst erreichen, dass bei einer überwältigenden Patientenzahl, die eine sanfte Medizin bevorzugen, bis heute keine einheitlichen Richtlinien zur Kooperation mit konventionellen Therapiemethoden erzwungen werden konnte? Jeder 2. Patient bevorzugt eine biologische Therapie, aber nirgends gibt es Richtlinien. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass sich die Therapeuten uneinig darüber sind, was gemacht werden sollte.

Streitpunkte um Homöopathie:

  • Hochpotenzen enthalten keinen Wirkstoff
  • Hochpotenzen sind ausschließlich “psychisch”
  • Potenzen dürfen nicht gemischt werden
  • Komplexmittel sind Verrat an der Idee der Homöopathie
  • Das beste Heilmittel ist jenes, mit dem “alles” am Patienten auf einmal behandelt wird
  • Das “richtige Mittel” verursacht eine “Erstverschlimmerung”
  • Chronische Erkrankungen kann man nur miasmatisch behandeln
  • Das Thema der “Miasmatischen Erkrankungen”
  • Das Thema der “symptomatischen Therapie” in der Homöopathie
  • Usw.

Wie man sieht, kann man sich über praktisch alles streiten.

In den USA wurde vor über 20 Jahren ein Programm zur Überprüfung von “alternativen Heilmethoden” gestartet. Mittlerweile sind aus dieser Quelle hunderte von Veröffentlichungen entstanden, von kleinen “Papers” bis zu dicken Handbüchern.

Man hat Mönche beim Beten unter Gehirnscanner gesetzt, man hat Resonanz Diagnostik vor und nach Reiki beim selben Patienten gemacht, und man hat natürlich homöopathische Behandlungsgrundsätze überprüft.  Die Ergebnisse sind überzeugend: Man könnte sagen, alles, was uns sinnvoll einfällt, um den Krankheitsverlauf zu verändern, kann theoretisch funktionieren. Entscheidend dabei ist als Ergänzung der Behandlung die Einstellung von Patienten und Heilern: Sind wir davon überzeugt, machen wir mit, verändern sich die Parameter. Glauben wir es nicht, blockieren wir, bleibt alles beim Alten. Selbst die Supermittel aus den Banerji Protokollen bleiben in ihrer Wirkung auf wenige Monate beschränkt, bevor alles wieder so weiter geht wie zuvor.

Man kann den Menschen nicht vor seinen eigenen Ängsten schützen.

Da frage ich mich: Wenn tatsächlich so viele Maßnahmen eine Wirkung zeigen, warum streiten wir uns dann darüber, “wer Recht hat”? So etwas kann es doch gar nicht geben! Der Einfluss einer guten Maßnahme ist immer positiv, egal ob das Ergebnis in unsere Vorstellung von Wirkungsweise passt. Falls wir Therapeuten nicht bereit dazu sind, Neues zuzulassen, handeln wir genau wie die blockierten Patienten und sollten unsere Überzeugungen dringend überprüfen!

Die Pfeiler der Homöopathie wurden in den letzten Jahren massiv erschüttert. Es mögen noch viele Jahre vergehen bevor all diese neuen Erkenntnisse Eingang in unser klinisches Denken gefunden haben, aber praktische Änderungen zur täglichen Praxis werden unvermeidbar werden

Dr. Banerji hat uns 2011 seine “Protokolle”[i] zur homöopathischen Therapie nach Diagnosen hinterlassen. Dr. Rajendran hat uns 2015 seine elektronenmikroskopischen Bilder der gängigen Potenzen nach Hahnemann vorgestellt[ii]. Dr. Kudha Bukhsh hat epigenetische Modifikationen in der Genexpression kranker Zellen durch homöopathische Behandlungen von 1997 bis heute nachgewiesen![iii]. All diese Neuerungen sollten mit Vorurteilen aufräumen und viele komplementär-medizinischen Therapien in den Rang einer echten Alternative zur schulmedizinischen Behandlung werden lassen.

Eine Krankengeschichte

Herr EW suchte per Internet Rat Ende März 2018. Seit etwa einem Jahr bestand bei ihm ein “desmoider Tumor”, eine Art lymphoiden Fibrosarkom. Trotz Gewebeentnahme Dez 2017 konnte keine bessere Diagnose für diesen rasch wachsenden Tumor gefunden werden.


Zustand März 2018

Er hatte zu dem Zeitpunkt bereits schulmedizinische Behandlung mit Imabimib und Celecoxib erhalten, und bereitete sich auf 3 x 3 Wochen Therapie mit Methotrexat und Vinorelbine vor.

Der Patient hatte den Eindruck, dass nach der Biopsie, trotz Imabimib, der Tumor gewachsen sei.

Zustand Juni 2018

Während der ersten Serie von 3 x 3 Chemozyklen wuchs der Tumor weiter bis zu einer maximalen Größe Ende Juni 2018.

Aufgrund von Übelkeit und Erbrechen nach Chemo wurde außer dem Banerjiprotokoll “Fibrom/Sarkom” und “Non Hodgkin Lymphom” Nux vomica C30 und Camphora C 200 verordnet.

Es folgte eine zweite Serie Methotrexate & Vinorelbine bis Oktober 2018.

Die Behandlung nach dem Banerji Protokoll bestand aus: Thuya occ C30 4x/d, Belladonna C 30 2x/d, Arnica mont C3 4x/d, Hamamelis virg C 200 4x/d, Hepar sulph C6 4x/d, Symphytum off C 200 2x/d, Schüssler Nr 2 & 4 2 x 2 Tabl tägl in D3, Carcinosinum C 30 alle 2 Tage. Mit wenigen Veränderungen (siehe Übelkeit) wurde dies vom 10. April bis 18. Dezember 2018 regelmäßig eingesetzt.

Seit Dezember 2018 ist der Tumor bis auf eine im CT nachweisbare Größe von etwa 2 cm zusammengefallen.

Die Chemotherapie wurde im Oktober 2018 abgesetzt, seitdem wird nur noch nach Banerji behandelt. Bisher ist kein neues Wachstum aufgetreten.

Zustand Dezember 2018

Natürlich kann man nicht beweisen, dass der Tumor allein aufgrund der Anwendung des Banerji Protokolls auf 2 cm geschrumpft ist. Der Patient ist überzeugt, dass das großartige Ergebnis aus einem Zusammenspiel Homöopathie/Schulmedizin (& seinem Willen zur Heilung) zurückzuführen sei.

Doch für mich zeigt das Beispiel ein typisches Verhalten, das man bei der Anwendung eines BP™ immer wieder beobachten kann: Die Ausdehnung der humoralen Erkrankung bleibt nach ca. 3 Monaten Behandlung stehen. Von hier an muss der Patient sich entscheiden. Bleibt er fest bei seiner Behandlung, stehen die Chancen groß, dass der Prozess zumindest zum Anhalten kommt.

Bisher hat es noch keinen Fall von vollständiger Heilung in Deutschland gegeben. Im Laufe von jetzt 2 Jahren praktischer Anwendung der BP™ bei deutschen Patienten sind allerdings die ersten 10 Patienten (von ca. 180 Patienten) laut schulmedizinischer Diagnostik “tumorfrei”. Dabei handelt es sich um sehr unterschiedliche Krebsarten: Magen, Pankreas, Brustkrebs, Gehirn und Lymphom. Doch dies ist erst ein Anfang, Dr. Banerji ließ seine Patienten über 10 Jahre nach “tumorfrei” nachverfolgen.

Im allgemeinen Durchschnitt zeigt sich eine Besserung / Stabilisierung des humoralen Prozesses bei 2 von 3 Patienten, obwohl etwa 75% mehrere schulmedizinische Prozesse durchlaufen haben und z. T. noch erhalten.

Es gibt statistische Hinweise darauf, dass ein vollständiges Verschwinden von Tumoren mittels Banerji Protokoll™ wahrscheinlicher ist, je weniger Schulmedizin zum Einsatz kommt. Trotzdem zeigt das Beispiel, dass in den meisten realen Fällen die Patienten beides einsetzen.

Unser Vorgehen folgt den Beispielen aus meinem Buch[iv], und berücksichtigt immer die drei Säulen der biologischen Therapie nach Paracelsus[v]. In weiteren Artikeln werde ich darauf gezielt eingehen.

Paracelsus sagt: “Es gibt keine unheilbaren Krankheiten; es gibt nur kranke Menschen!”

Miguel Corty Friedrich (Dr. med.), „Clinica Praxis“, El Campello (Alicante – Spanien)

dr.corty-friedrich@krebsrevolution.de
www.krebsrevolution.dewww.heptopathie.de



[i] Banerji,P, Banerji,P: “The Banerji Protocol; a new method of treatment with homeopathic medicines” published by “Pratip Banerji, pbhrfindia.org, 2nd Ed 2013 ISBN 978 93 80813 21-9

[ii] Rajendran, ES, “Nanodynamik; Nanowissenschaften und Homöopathie”, Ed. Winterworks 2018, Borsdorf, ISBN 978-3-96014-551-6

[iii] Potentized homoeopathic drugs act through regulation of gene-expression: a hypothesis to explain their mechanism and pathways of action in vitro. (A R Khuda Buksh, Complementary therapies in medicine1997; Vol5 (1);43-46) ; Condurango 30C induces epigenetic modification of lung cancer-specific tumour suppressor genes via demethylation. (A R Khuda Buksh, Sikdar S. Complementary medicine research 2015; 22:172-179)

[iv] Corty-Friedrich, Miguel: “Die Krebsrevolution; Wege aus der Angst durch integrative Medizin”, Europa Verlag 2016, München ISBN: 978 -3-95890-048-6

[v] Corty, Miguel; Dane, Michaela: “Lebendige Paracelsusmedizin, Praktische Anwendung – Fallbeispiele von heute”, 1. Aufl. Ed. Unimedica (Kandern) 2011, 2. Auflage in Vorbereitung (Edition Winterworks)

Organon 7: Eine Neue Homöopathie

(von Dr. Miguel Corty)

Zusammenfassung:

Wenn Homöopathie eine Therapie durch Nanopartikel ist, steht uns die grösste Revolution der Medizin seit der Virchow’schen Zellpathologie ins Haus. Wir sollten aufhören, “echte, klassische, wahre, bioregulative” und sonst wie benannte Homöopathie als einzig authentisch zu betrachten, und begreifen, dass wir uns um die Pharmakodynamik der homöopathischen Stoffe kümmern müssen. Dadurch wird Effektivität, Indikation, Sinn und Einnahme der homöopathischen Mittel sowie ihre unterschiedlichen Möglichkeiten erklärt. Wir müssen begreifen, dass in den Mitteln “etwas drin ist”, das schneller, präziser und sanfter heilt als alles, was wir bisher hatten.

Einleitung

Am 16. und 17. März 2019 fand in Mainz der 2. Kongress zu unserer Arbeit statt. Mit dem Erscheinen meines Buches wurde von der Buchhandelskonferenz der Titel “Krebsrevolution” dafür vergeben, und das wurde nun mal zum Namen, auch wenn ich als Autor einen solchen Namen nie gewählt hätte.

Daher war es für manchen erstaunlich, dass der 2. Kongress die wissenschaftlichen Ansätze zu Erklärungen in und zur Homöopathie zum Inhalt hatte, und keineswegs nur von Krebs handelte.

Unser Hauptredner war Prof. Dr. E S Rajendran von der Vinayaka Missions University (Salem – Indien). Als Erster hat er versucht, in den homöopathischen Mitteln Inhaltsstoffe nachzuweisen, und dabei Erfolg gehabt. Seine elektronenmikroskopischen Bilder zu den wichtigsten Mitteln und Potenzen sind bereits mehrmals um die Welt gereist, und werden an verschiedenen Universitäten wiederholt. Sein Buch “Nanodynamics” liegt mittlerweile auf englisch, deutsch und spanisch vor.

Bild 1: Prof. E S Rajendran, Nanopartikel in verschiedenen Potenzen von Aurum metallicum

Nanodynamics 

Mit dem Ende des “Glaubenskonfliktes zur energetischen Natur homöopathischer Mittel” verändert sich alles! Begriffe wie “Lebenskraft”, “dynamische Heilkräfte”, “Miasmen”… etc, sind nichts als Krücken, um eine Erklärung anzubieten für den immer wieder erstaunlichen Effekt der “Heilung”, der nach der Gabe homöopathischer Mittel eintreten kann. Prof. Rajendran weist nach: Homöopathische Mittel enthalten eine unterschiedlich große Menge an unterschiedlich kleinen Nanopartikeln und kleinsten Nanos, genannt “Quantum Dots”. Die Unterschiede zeigen sich je nach Potenzierung zu jedem Mittel. Er untersuchte und verglich die Struktur der Nanos bei “C” und “LM” Potenzen. Seine Ergebnisse zeigen eine mögliche Erklärung zu vielen bekannten, aber bisher nicht verstandenen Effekten der Homöopathie.

Methodik:

Prof. Rajendran nutzte ein hochauflösendes Transmissions Elektronenmikroskop für die Darstellung von Metallen und mineralischen Mitteln, bei denen der Elektronenstrahl durch die Probe hindurch fließen konnte. Bei hoher Vergrösserung traten “Welle-Teilchen”, also Quanteneffekte auf, weshalb dies die Limitierung bei der Bilderzeugung darstellte, ca. bei der Grössenordnungen um 1,5 nm.

Bild 2: Prof ES Rajendran, elementare Zusammensetzung verschiedener Aurum Potenzen

Für die Mittel auf biologischer Basis (Pflanzenmittel und Nosoden) bedampfte er die Proben mit Gold oder Silicium und verwendete ein Oberflächen Scanner FESEM Elektronenmikroskop. Hier ist die Auflösung etwas weniger hoch als im HRTEM, zerstört aber die Probe beim Scannen nicht. Um sicher zu gehen, was er jeweils fotografierte, nutzte er die charakteristische Zerstrahlung der Elemente mittels Massenspektroskopie EDS. Dadurch konnte er feststellen, welche Elemente in der Probe unter dem Elektronenmikroskop vorlagen. Alle Proben wurden gegen Plazeboproben mit reinem Alkohol verglichen und mindestens 3 x wiederholt. Es liegen 278 Fotos im Buch vor, sowie einzelne Veröffentlichungen (“papers”) zu Einzelstoffen wie Hypericum.

Bild 3: Prof. E S Rajendran, verschiedene Hyperikum Potenzen

Ergebnisse:

Die Bilder sprechen für sich! Ohne eine Diskussion vorwegnehmen zu wollen, möchte ich auf folgende allgemeine Aspekte hinweisen:

  • Alle Proben konnten die Ursprungssubstanz nachweisen: in “Aurum” war immer Gold enthalten, in “Natrium…” war immer Natrium enthalten.
  • Alle biologischen Heilmittel enthielten Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff.
  • Die verschiedenen Potenzen ließen unterschiedlich viele “neue” Elemente auftauchen, die eine jede Potenz charakterisierte. So konnte man zum Beispiel feststellen, dass die C 30 Potenz meist den höchsten Anteil des ursprünglichen Mittels enthielt, während C 200 oder M Potenzen oft eine breitere Verteilung von Elementen enthielten, nach homöopathischen Kriterium also “dynamischer” waren.
  • Es konnte bei den “C” Potenzen, außer für C30, keine zutreffende Vorhersage zur Größe und Inhalt der Partikel gemacht werden. Die Nanopartikel wurden keineswegs im linearen Sinn immer kleiner oder immer zahlreicher, noch enthielten sie automatisch mehr Elemente bei aufsteigender Potenz. Jede Potenz ist ein eigenes Mittel für sich. Die unterschiedliche Morphologie zeigt den Charakter der Mittel.
  • Bei den LM Serien konnte man eine bessere Verteilung und ein mehr oder weniger gleichmässiges Abnehmen der Größe bei Zunehmen der Verschüttelungswiederholung nachweisen. Somit sind LM Potenzen eher vorhersehbar und besitzen mehr System bei zunehmender Potenzierung.
  • Die Kontrolle von gemeinsam verschüttelten Mitteln, also mehreren Mitteln im selben Potenzierungsgang, zeigten gleiche oder ähnliche Nanopartikel wie die Mittel jeweils einzeln potenziert. Die Nanopartikel waren ebenso eindeutig voneinander getrennt, und konnten voneinander unabhängig bestimmt werden, wie bei Einzelstoffen.
  • Auch homöopathische Komplexmittel, solche, die gern nach Indikation statt nach Individualisieren der Symptome als Fertigarzneien angeboten werden, enthielten Nanopartikel. Diese waren sowohl individualisiert als auch im Verbund erkennbar. Es machte keinen Unterschied zum Erreichen der Nanostruktur ob sie in “C” oder in dezimal Schritten hergestellt worden waren.
  • Industriell hergestellte Mittel zeigten ebenso Nanostrukturen wie manuell oder einzeln verschüttete Mittel.

Diskussion erster Ergebnisse:

Homöopathie ist somit sich neu entwickelnde Nanowissenschaft voller Überraschungen. Der erste wesentliche Punkt ist, dass homöopathisch korrekt hergestellte Produkte Nanopartikel materieller Art enthalten, von vorhersehbarer Zusammensetzung in vorhersehbarer Grösse.

Auf dem Kongress sprach auch Prof. Dr. Kreuter aus Frankfurt, der uns einige allgemeine Eigenschaften zum Verhalten von Nanopartikeln erläuterte, ohne auf Eigenschaften zu homöopathischen Stoffen einzugehen. Von ihm durften wir lernen, dass Chemotherapeutica, eingeschleust in Nanopartikel oder angebunden an Nanopartikel, deutlich weniger toxisch sind als  wenn sie im Original eingesetzt würden. Verschiedene Tierexperimente zeigen auch, wie sich Nanopartikel im lebendigen Körper verteilen, wie sie verstoffwechselt werden, und was für Zeiträume zwischen Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung vergehen. Typische pharmako-dynamische Merkmale von Nanopartikeln folgen ihrer Grösse oder Solubilität. Lipophile und besonders kleine Partikel dringen rascher und tiefer durch die Gewebe als andere. Dabei können die kleinsten unter ihnen, die “Quantum Dots”, ungehindert in Zellkerne eindringen. All diese Eigenschaften wie auch die Verteilung im Körper erlauben interessante Rückschlüsse zur Indikation von Mitteln, die aus Nanopartikeln bestehen. Es erlaubt uns nachzuvollziehen, warum ein Mittel je nach Potenz andere Indikationen, andere Zielorgane ansteuert, wie lange es im Körper verbleibt und somit, wie oft ein Mittel wiederholt werden muss.

Bild 4: Prof. Kreuter, Verteilung der Nanopartikel im Körper von Mäuse

In Anschluss an den Vortrag von Prof. Kreuter wurde klar, dass die Homöopathie ihre eigene Pharmakodynamik erst noch entwickeln muss. Wir stehen wahrhaftig an der Schwelle zu einem Verständnis, in dem aus Homöopathie Nanotherapie werden kann.

Ebenfalls sehr aufschlussreich waren von Prof. Rajendran mitgebrachte Studien von Prof. Khuda Burksh über Modifikationen biologischer Systeme mittels homöopathischer Mittel. Er konnte in Zellkulturen und in Tierexperimenten mit lebenden Mäusen über “auf- und abwärts” gerichtete Modulation in der Expression von Proteinen berichten, von veränderter Expression von Zellbotenstoffen bis hin zu nachweisbaren Veränderungen der RNA und DNA Stränge in behandelten Mäusen versus Placebo-therapierten Mäusen. Über 100 weltweit veröffentlichte Studien zeigen eindrucksvoll, wie viele positive Ergebnisse zu Themen wie Tumortherapie und Hautleiden  mit homöopathischen Stoffen bereits nachgewiesen werden konnten! Nur traurig, dass all diese Experimente und Ergebnisse in fernen Ländern wie China, Japan, Indien, USA, sogar in der Türkei stattfinden, aber nichts davon in der westlichen Industriewelt bekannt wird, sondern, ganz im Gegenteil, sinn- und inhaltlose Diskussionen über Plazebomärchen und “Pseudowissenschaft” geführt werden.

Zusammenfassung:

Wenn Homöopathie eine Therapie durch Nanopartikel ist, steht uns die grösste Revolution der Medizin seit der Virchow’schen Zellpathologie ins Haus. Wir sollten aufhören, “echte, klassische, wahre, bioregulative” und sonst wie benannte Homöopathie als einzig authentisch zu betrachten, und begreifen, dass wir uns um die Pharmakodynamik der homöopathischen Stoffe kümmern müssen. Dadurch wird Effektivität, Indikation, Sinn und Einnahme der homöopathischen Mittel sowie ihre unterschiedlichen Möglichkeiten erklärt. Wir müssen begreifen, dass in den Mitteln “etwas drin ist”, das schneller, präziser und sanfter heilt als alles, was wir bisher hatten.

Literaturhinweise:

Einige wissenschaftliche Papers zur Thematik:

  1. Efficacy of two commonly used potentized homeopathic drugs, Calcarea carbonica and Lycopodium clavatum, used for treating polycystic ovarian syndrome (PCOS) patients: II. Modulating effects on certain associated hormonal levels(Debarsi Das et al; KPubs 2016; Feb, 6(1): 7-7)
  2. Protective potentials of a potentized homeopathic drug, Lycopodium-30, in ameliorating azo dye induced hepatocarcinogenesis in mice. (S Pathak et al, Mol Cell Biochem 2006; Apr;285(1-2):121-31)
  3. Evidence in support of gene regulatory hypothesis: Gene expression profiling manifests Homeopathy effect as more than placebo. (S K Saha et al; International Journal of High Dilution research 2013; Vol 12 No 45)
  4. A homeopathic nosode, Hepatitis C 30 demonstrates anticancer effect against liver cancer cells in vitro by modulating telomerase and topoisomerase II activities as also by promoting apoptosis via intrinsic mitochondrial pathway (J Mondal et al ,Journal of integrative medicine 2016; Vo 14 (3), 209-218)
  5. Potentized homoeopathic drugs act through regulation of gene-expression: a hypothesis to explain their mechanism and pathways of action in vitro. ( A R Khuda Buksh, Complementary therapies in medicine1997; Vol5 (1);43-46)
  6. Phenotypic evidence of ultra-highly diluted homeopathic remedies acting at gene expression level: a novel probe on experimental phage infectivity in bacteria. ( Santu Saha et al, Journal of Chinese integrative medicine 2012; 10(4):462-70)
  7. Condurango 30C induces epigenetic modification of lung cancer-specific tumour suppressor genes via demethylation. (A R Khuda Buksh, Sikdar S. Complementary medicine research 2015; 22:172-179)
  8. Efficacy of a potentized homeopathic drug (Arsenicum-Album-30) in reducing cytotoxic effects produced by arsenic trioxide in mice: IV. Pathological changes, protein profiles, and content of DNA and RNA. ( Kundu S N, Complimentary therapies in medicine 2000; 8(3):157-65)
  9. Potentized homeopathic drug Arsenicum Album 30C positively modulates protein biomarkers and gene expressions in Saccharomyces cerevisae exposed to arsenate. ( Durba Das, Journal of Chinese integrative medicine 2016; 9(7):752-60)
  10. Homeopathic Thuja 30C ameliorates benzo(a)pyrene-induced DNA damage, stress and viability of perfused lung cells of mice in vitro.( Mukherjee A. Journal of integrative medicine 2013; 11(6):397-404)
  11. Ultra diluted plant extract of Hydrastis canad and Marsdenia condurango induce epigenetic modifications and alter gene expression profiles in HeLa cells in vitro. (Santu Kumar Saha, Sourav Roy, Ansiur Rahman Khuda-Bukhsh; J of Integrative Medicine; www.elsevier.com/locate/issn/20954964

Nanopartikel: Am Anfang war die Schokolade

Die moderne Geschichte der Nanopartikel in Werkstofftechnologie und Medizin wird, zumindest im deutschen Sprachraum, meist mit negativen Gefühlen assoziiert. Kein Wunder: Wer sich mit Nanos beschäftigt, findet zwar rasch die EMPA. Das in der Schweiz ansässige „Institut zur  Material Forschung und Technologie“[1]  ist eine der wichtigsten Forschungseinrichtungen zum Thema Nanopartikel. Nicht nur die Anwendung derselben für Oberflächen, sondern auch die Möglichkeiten für medizinische Anwendung werden dort seit Jahren unter die Lupe genommen.

Doch auf der anderen Seite findet man im Internet sehr viele Berichte, die sich mit den Gefahren von Nanopartikeln beschäftigen oder sie gar mit Verschwörungstheorien in Verbindung bringen, so z.B. einen Beitrag “Nanopartikel im Regenwasser”[2], ausgestrahlt vom NDR etwa Juni 2016 (auf Youtube hochgeladen). Dabei wird auf eine Belastung der Umwelt aufmerksam gemacht, die durch Beimischungen im Treibstoff militärischer Flugzeuge und von Raketentriebwerken entstehen soll, in der Hauptsache Aluminium und Barium, die sogenannten “Chemtrails”.

Nanopartikel in Lebensmitteln

Seit den 80er Jahren weiß man, dass Nanopartikel aus Metall- und Metalloxid Bakterien und Pilze absterben lassen. Um Nahrungsmittel haltbarer (und schöner zum Verkauf) zu gestalten, fanden so die Titandioxyd Nanos Einzug in die Schokolade[3].

Als Reaktion darauf erließ die FAO (Food and Agriculture Organisation of the United Nations) 2005 die Regulation CAC/RCP 61 – 2005 zur “Eindämmung der Ausbildung mikrobiologischer Resistenz gegen Antibiotika”. Auch die EU war nicht untätig und erließ REACH und CLP Regulations[4] zur Anwendung von Nanopartikeln im Lebensmittel- und Medikamenten Vertrieb, von 2007 und 2010. Alle diese Normen sagen aber kaum etwas aus über Begrenzungen zur Anwendung von Nanos, was dazu führt, dass wir sie überall finden können[5].

Wie wirken Nanopartikel?

Die EMPA konnte nachweisen: Nanopartikel unter 240nm gehen durch alle Membranen und Filtersysteme des Körpers. Die Hauptorgane der Aufnahme von Nanos sind Lunge, Magen-Darm und Haut / Schleimhäute[6].

“Je größer das Verteilungsgebiet/Zielgebiet der Nanopartikel ist, desto kleiner sollte das Nano sein”, denn NUR Nanopartikel können aufgrund ihrer Größe den ganzen Körper erreichen. Partikelgrößen von über 2500nm (2.5 Mikro) werden nur noch durch das Blut in den Kreislauf verteilt.“[7]

Nanopartikel unter 250nm verteilen sich zunächst gleichmäßig im Körper, kommen aber spezifisch angereichert vor, sobald diese Nanos eine spezielle Eigenschaft aufweisen.

Sind Nanopartikel gefährlich – und wenn ja, welche?

Die “Monographie 111” der IARC (Int. Agency of Research on Cancer) warnt vor Kohlenstoff Nanoröhren, Fluor-Edemit und Siliconkarbid Nanos. Die IARC hat eine Klassifikation von Nanopartikeln veröffentlicht, in der von 951 Nanos nur einer “vermutlich nicht” krebserregend ist[8].

Allerdings werden in der IARC Klassifikation nur künstliche, auf der Basis von Metalloxiden und Kohlenstoff erzeugte NPs erfasst. Es besteht aber ein enormer Unterschied zwischen Nanomaterialien der technologisch-pharmakologischen Welt und der biologisch medizinischen Anwendung.

In einer Veröffentlichung des österreichischen Instituts für Technologie ITA heißt es im Nano-Trust Dossier 34 (Dez 2012) “es gäbe keine oder sehr wenig epidemiologische Studien zur Verbreitung von Nanomaterialien in der Umwelt und ihren Einfluss auf die Gesundheit” – es gibt also noch viel zu forschen!

Kann man Nanopartikel sichtbar machen?

Nun sind Nanopartikel nicht einfach alle gleich, ganz im Gegenteil! Und das kann man sichtbar machen: Technologischer Fortschritt kam auch zum Einsatz bei der immer besseren Darstellung der allerkleinsten Stoffe. Elektronenmikroskopie in Form von Scannern, Oberflächenabtaster und energiedispersive Röntgenspektroskopie lässt sich auch in der Medizin gut anwenden. 

Gibt es Nanopartikel in homöopathischen Produkten?

Prof. Rajendran, der uns im März besuchen wird[9], hat als erster homöopathische Produkte unter dem Elektronenmikroskop beobachtet, fotografiert und per Spektroskopie bestimmt. Er konnte zeigen, dass korrekt hergestellte homöopathische Produkte immer eine große Anzahl an biologischen Nanopartikeln enthalten!

Au met C 200

Seine Elektronenmikroskop-Bilder zeigen, dass nicht nur die Größen der homöopathischen Nanos je nach Potenz variieren, sondern auch, dass sie besondere Formen annehmen. Gerade mineralische Stoffe neigen dazu, in allerkleinster Form ihre “platonische Körperform” wieder aufzuzeigen. So sind Gold-Nanos eher in Pyramidenform oder wie Bäumchen aufgebaut (siehe Bild: Au met C 200), während Eisen-Nanos (siehe Bild: Ferrum met C 200) viereckig sind oder sich wie spitze Nadeln präsentieren.

Ferrum met C 200

Was sind „korrekt hergestellte homöopathische Produkte“?

Dr. Hahnemann begann mit der Herstellung seiner Medikamente, indem er die Dosis herabsetzte und eine Wirkung bei immer geringeren Mengen nachweisen konnte (Die Belladonna Verdünnungen bei Epidemie). Doch der wahre Durchbruch gelang erst, als er beobachtete, dass mit dem Pferd transportierte Mittel (im Galopp zum Hausbesuch…) nochmal schneller und effektiver wurden. So, so sagt man, entdeckte er die “Potenzierung” der Mittel. Heute bezeichnen wir das als “Top – down” Herstellungsverfahren.

Er verwendete nur biologische Ausgangsprodukte und Mineralstoffe oder Metalle, die er mit Milchzucker verrieb, bis er sie löslich gemacht hatte und verdünnen konnte.

Übrigens bestätigen auch heute die University of Edinburgh[10] und die EMPA: Gold und Eisen Nanos sind die effektivsten Mittel in der Nanotherapie.

Die “speziellen Eigenschaften” der Nanos hat die Homöopathie als eine mittlerweile nachgewiesenermaßen materielle und nano-pharmako-dynamische Therapiemethode bewiesen, und das für eine Medizin, die über 200 Jahre alt ist.

Welche Rolle spielt die Signaturenlehre?

Schon Paracelsus sprach von den sich immer wiederholenden Mustern und Eigenschaften der Heilmittel und nannte dies “Signatur”. Dinge “gleicher Signatur” gehören auf natürliche Weise zusammen, und finden sich auch immer wieder. So kann man das immer wieder beobachtete Anreichern von Nanopartikeln in bestimmten Zellen oder Geweben durchaus erklären. Die Therapie mit homöopathisch hergestellten Mitteln verläuft nicht nach spontanen oder universellen Verteilungsmustern, sondern nach diesen Regeln der Signaturenwelt.

Aus demselben Grund sind industrielle oder chemisch entstandene Nanopartikel nicht automatisch gefährlich: Wenn sie keine biologischen Andockpunkte besitzen, also nicht in eine besondere “Signatur” passen, werden sie auch keinen biologischen Schaden anrichten können. Doch die Forschung in dieser Richtung steckt noch in den Kinderschuhen, zumal ja nicht einmal die Signaturenlehre weiterverfolgt wurde.

Ausblick

Im deutschen Sprachraum ist es normal, dass bei widersprüchlichen oder ungenügenden Forschungsergebnissen zuerst mal von etwas Negativem ausgegangen wird. Weltweit aber wird an nano-dynamischen Mitteln und biologischen Effekten durch kleinste Wirkstoffe geforscht, dies ist der pharmakologisch medizinische Bereich mit dem größten Wachstum. Wir können davon ausgehen, dass die Vorsilbe “nano” in wenigen Jahren in jeder beliebigen Kombination angewendet werden wird, und dabei geht es keineswegs nur um negative Entwicklungen.

Es ist sicherlich so, dass Therapiemethoden ohne pharmazeutisch hergestellte Mittel schlecht für die Pharma-Industrie sind, aber dennoch gibt es immer wieder Menschen, die solche Methoden bevorzugen und sich die Anwendung nicht verbieten lassen möchten. In Spanien, Portugal, Italien und Österreich wird zurzeit viel Druck ausgeübt, damit der Umsatz aus industriell gefertigten Mitteln nicht sinkt. Trotzdem zeichnet sich ein klarer Trend ab: Wie schon zuvor in der Allergologie oder Immuntherapie wird auch die Entdeckung der nanometrischen Wirkstoffe aus den biologischen Therapieverfahren in die Medizin integriert werden.


[1] www.empa.ch

[2] https://www.youtube.com/watch?v=8RPlQ8jsXSs

[3] Carcinogenicity of carbon black, titanium dioxide, and talc:   May 2006 The Lancet Oncology 7(4):295-6, DOI: 10.1016/S1470-2045(06)70651-9

[4] https://ec.europa.eu/growth/sectors/chemicals/classification-labelling_en

[5] https://www.nanopartikel.info/nanoinfo/grundlagen

[6] https://www.empa.ch/web/s604/video-portal?p_auth=bjB5EKvX&p_p_id=enwnews_WAR_enwnewsportlet&p_p_lifecycle=1&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-2&p_p_col_count=1&_enwnews_WAR_enwnewsportlet_categoryId=56975&_enwnews_WAR_enwnewsportlet_javax.portlet.action=processSearch

[7] REACH Regulation der EU

[8] Klassifikation der Nanopartikel IARC:

[9] Krebsrevolution II: “Homöopathie erklärt”. 15-17 März 2019, Mainz (www.krebsrevolution.de/kongress.html”)

[10] https://www.ed.ac.uk/research/animal-research/news/gold-specks-raise-hopes-for-better-cancer-treatmen